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VEREINSJAHR 2015
 

Sind Tenöre die besseren Köche?

116. GV des Männerchors Liederkranz Hägendorf

Soll das etwa heissen, dass umgekehrt die Bässe die besseren Sänger wären? So einfach geht es wohl nicht. Tatsache ist: Immer, wenn der Männerchor antritt, sei es zum Jahreskonzert, sei es zu der Generalversammlung, steht nicht nur das Singen, sondern auch das Feiern zu Protokoll. Die Liebe geht durch den Magen. Ein leerer Magen denkt nicht gern, und vor allem, er singt auch nicht gern. So stehen jeweils einige Sänger aus den beiden Tenorabteilungen lange, bevor ihre Kollegen eintreffen, hemdsärmlig und mit "Kochscheube" bestückt am Herd. Davon profitieren alle, auch die holden Gemahlinnen, die jeweils geladen sind. Nicht nur, um dem sängerischen  Fortschritt ihrer Männer Respekt zu zollen. sondern auch um Anteil zu haben an den Gaumenfreuden, die die Tenöre Fritz Vögeli und Walter Möri mit ihren Helfern aus dem Suppentopf zaubern. Wie immer in den letzten Jahren, schaffte Claire Grimbichler mit ihrer eigens kreierten TIschdekoration gemütliches Ambiente. Wenn dann, wie in diesem Jahr noch ein Musikduo auftritt, ist der Abend komplett. Ana und Javier, das Duo "Guayo Son" aus Paraguay entführte mit Gitarre und Harfe die begeisterten Zuhörer gekonnt in die reiche Musikwelt Latein- und Südamerikas.

Aber da stand ja auch noch eine Generalversammlung an. Auch davon muss berichtet werden. Der Präsident gehört zu den Bässen und sein Vize ist sogar ein ausgesprochen kräftiger Bass, einer für die ganz tiefen Töne. Wie es sich gehört, eröffnete Jean-Pierre Stephani die Versammlung, um den Taktstock gleich an den Chorleiter Martin Eduard Fischer weiter zu geben. "Bringt mir Blut der edlen Reben, bringt mir Wein,"  hiess der Eröffnungscantus. Darauf allerdings, auf den Wein, musste die 27 köpfige versammelte Schar noch etwas warten. Während den ordentlichen Geschäften wird Wasser getrunken. In seinem Jahresrückblick strich der Vorsitzende die wichtigen Auftritte nochmals hervor: Passion zum Karfreitag mit Choralsätzen  von Schütz, Bach und Krüger in der Christkatholischen Kirche in Olten; Teilnahme am 150. Geburtstag des Männerchors Bischoffingen im Badischen; Frühlingskonzert mit dem kath. Kirchenchor Hägendorf-Rickenbach; Sängertreffen der Chöre aus der Amtei Olten-Gösgen in Erlinsbach; Auftritt am Jubilarenanlass der Einwohnergemeinden von Hägendorf und Rickenbach. Zum Schluss seines Berichts stimmte er auf alle Sängerkameraden ein Loblied an: Der Dank geht an alle für flottes Singen, vorbehaltlosen Einsatz rundum. So bleibt der Chor jung, dynamisch und erfolgreich. Die Rechnung wurde mit einem kleinen Überschuss einstimmig genehmigt und der Kassier Fredy Grimbichler konnte den uneingeschränkten Dank aller Anwesenden für seine grosse Arbeit entgegen nehmen. Gespannt wartete man auf den Jahresbericht des Chorleiters Martin Eduard Fischer. Es wäre nicht unser Edi, wenn er nach Anerkennung der besonderen Freundschaft innerhalb des Vereins und dem Dank für fleissigen Probebesuch nicht auch noch mahnend den Finger erheben würde: Natürlich singen wir mit Vergnügen. Das Vergnügen kommt beim Musizieren aber erst, wenn man sich ganz in die Gruppe eingeben kann, die Andern spürt und auch sieht, was vom Dirigentenpult aus gefordert ist.

Für 50 Aktivjahre konnte der Ehrenpräsident Cäsar Vögeli den verdienten Dank des Chors und des Solothurner Kantonsverbandes entgegen nehmen. Hoch dekoriert mit einem zwar etwas klein geratenen Orden darf er sich nun Ehrenveteran des SKG  nennen.

Der Ausblick auf das kommende Vereinsjahr verspricht einen eher ruhigen und beschaulichen Verlauf. Nebst den traditionellen Auftritten stehen einige gesellige Anlässe im Programm: Der Ausflug der Senioren, ein Vereinsausflug mit den Ehefrauen, der Grillabend in der Vogelhütte, die Dorfchilbi und nicht zuletzt 7 runde Geburtstage. Schlendrian darf sich trotzdem nicht breit machen, mahnen der Präsident und der Chorleiter in ihren Schlussvoten. Gemütlichkeit in Ehren, aber ein Schuss Professionalität muss sein. Recht haben sie. Und doch; gibt es etwas Schöneres als gemeinsam unterwegs zu sein, zusammen zu stehen und zu singen, ohne Notenblatt, einfach so?  "Ich weiss ein Fass in einem tiefen Keller, gefüllt mit wunderbarem Wein". Singe, wem Gesang gegeben! (mao)

 

 




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